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Bushido
Etikette

Feste
Obon
Feste Rokugans

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Wörterbuch
Redewendungen
Zusammenlegen der Hakama
Zusammenlegen eines Kimonos
Warajiflechten

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Etikette

In Rokugan ist das gesellschaftliche Zusammenleben durch eine Vielzahl von Regeln, Formalismen und Ritualen geprägt. Diese Etikette-Regeln werden unter allen Umständen eingehalten. Ein Verstoß wird als Beleidigung angesehen werden - egal, ob dieser Verstoß bewusst oder aus Unachtsamkeit begangen wurde.

Die wesentlichsten Etikette-Regeln sind nun hier erklärt.

 


Verbeugen

Im Stehen: Die Hände werden unterhalb des vorderen Hüftbundes auf die Oberschenkel gelegt, wobei die Finger geschlossen bleiben sollten. Dabei sollten die Beine geschlossen und die Füße leicht nach außen gedreht sein. Verbeugt man sich nun aus der Hüfte (der Rücken bleibt gerade), gleiten die Hände dabei leicht am Oberschenkel nach unten.

Im Sitzen: Während des Sitzens sollten die Hände auf der Mittellinie der Oberschenkel liegen, wobei die Finger geschlossen bleiben, und die Ellbogen nicht am Körper anliegen, aber auch nicht übertrieben weggestreckt werden. Beim Verbeugen gleiten die Hände am Oberschenkel nach unten und berühren nacheinander den Boden (zuerst die linke, dann die rechte Hand).

Dann legt man die Hände flach auf den Boden, wobei die Daumen von der restlichen Hand weggestreckt werden, sodass Zeigefinger und Daumen beider Hände gemeinsam ein Dreieck bilden, in dessen Mitte man bei der Verbeugung mit der Nase „zielen“ sollte. Der Rücken bleibt wieder gerade. Bei der ganz tiefen Verbeugung (siehe unten), liegen die Unterarme am Boden auf.

Tiefe von Verbeugungen: man unterscheidet die 1/3 Verbeugung (knapper Gruß, Untergebene,...), die 2/3 Verbeugung (Gleichgestellte,...) und die 3/3 Verbeugung (zu höher Gestellten, Sensei, Götterbilder,...). Die Winkel hierfür betragen ca. 20°, ca. 45° und 90°, wobei bei allen Verbeugungen der Rücken gerade bleibt!

 


Eintreten in Räume

Tritt man in ein Haus ein, oder in einen Raum, zu dem man mit Strassenschuhwerk gelangt, so ist es wichtig, sich am Eingang seiner Schuhe zu entledigen und sie – wenn dies möglich ist – durch saubere Hausschuhe zu ersetzten. Wie man einen Raum betritt hängt davon ab, welchen Stand man selbst innehält, ob sich jemand in diesem Raum befindet, und welchen Stand diese Person bekleidet. Betritt man einen leeren Raum so ist es ausreichend, die Tür zu öffnen, einzutreten, die Tür wieder zu schließen und den Platz im Raum gehend aufzusuchen, den man einnehmen will.

Befinden sich bereits Personen im Raum, die sich vom Stand des Eintretenden nicht unterscheiden, oder unter ihm stehen, so gehe man folgendermaßen vor: man kniee vor der Tür nieder, öffne diese mit einem „Sumi-mazen“ (Entschuldigung!). Man verbeuge sich in der Tür noch im Seiza (Kniesitz), so tief wie es die Etikette verlangt und grüße die Anwesenden. Wurde man nicht erwartet, warte man auf eine Aufforderung, einzutreten, ansonsten stehe man auf, trete ein, und schließe die Tür hinter sich. Dann kann man zu dem üblichen oder zugewiesenen Platz gehen und sich dort niederlassen.

Befindet sich in dem Raum eine höhergestellte Person, so gehe man erst einmal wie oben beschrieben vor. Wird man zum Eintreten aufgefordert, betrete man den Raum auf den Knien, drehe sich um, schließe in dieser Position die Tür (so keine Diener das übernehmen), drehe sich wieder um, warte mit gesenktem Blick auf eine Platzzuweisung des/der Anwesenden und begebe sich auf den Knien dorthin. Am Platz angekommen, verbeuge man sich erneut tief und warte ab, bis das Wort an einen gerichtet wird. Beim Verlassen eines Raumes gehe man in jeweils umgekehrter Reihenfolge vor.



Ansprechen

Wenn man mit einer hohen und vornehmen Person sprechen möchte, kniee man im unteren Raumteil nieder, verbeuge sich achtungsvoll und spreche, wobei man beachten sollte, niemand im Gespräch zu unterbrechen. Man sollte daher abwarten, bis das Wort an einen gerichtet wird, oder aber man macht mit einem unaufdringlichen „Sumi-mazen“ auf sich aufmerksam (z.B. wenn man eine dringende Nachricht zu überbringen hat) und warte dann auf die Aufforderung, zu Sprechen. Im Gespräch höre man sich immer zu Ende an, was der andere zu sagen hat, bevor man zu Sprechen beginnt. Spricht man zu einer höhergestellten Person, so halte man den Blick auf die Höhe dessen vorderen Hosenbundes gerichtet, bei einer Person gleichen Ranges richtet man den Blick auf Brusthöhe. Niemals sollte man seinem Gegenüber direkt in die Augen blicken, es sei denn man ist sich sehr vertraut.

 


Richtige Anrede

Eine Person von gleichem oder niedrigerem Rang spricht man mit seinem Nachnamen, dem ein –san angehängt wird, an. Es ist nicht üblich den Vornamen einer Person zu verwenden (sehr persönlich). Sind mehrere Personen gleichen Familiennamens anwesend, gebe man durch seine Körperhaltung zu verstehen, wer der Angesprochene ist.

Spricht man zu einer höhergestellten Persönlichkeit, wird an den Namen ein –sama angehängt.

Gelehrte (Mönche, Lehrer, Ärzte etc.) werden durch ein Anhängen von –sensei geehrt.

Diese Höflichkeitsformen werden auch verwendet, wenn man über abwesende Personen spricht.

Die Endung –chan verwendet man zusammen mit dem Vornamen, was eine gewisse Vertrautheit voraussetzt (z.B. Kinder, Eheleute, die lange verheiratet sind, ...).

 


Intim-Distanz/ Körperkontakt

Es ist ausgesprochen unhöflich, sich anderen Personen zu sehr zu nähern, oder sie gar in der Öffentlichkeit zu berühren. Die Aufmerksamkeit eines anderen durch eine leichte Berührung zu erregen, sich an den Händen zu fassen oder sich gar zu küssen, entbehrt jeder Etikette!

Prinzipiell gilt: je höher gestellt das Gegenüber, desto größer sollte der Respektsabstand sein. Eine Armlänge sollte zumindest eingehalten werden, bei Respektspersonen entsprechend mehr. Lässt der vorhandene Platz dies nicht zu, so sollte zumindest darauf geachtet werden, seinen Nachbarn nicht zu berühren. Auch wenn man jemandem etwas überreichen will, sollten sich die Hände auf keinen Fall berühren. Um dies zu vermeiden, lege man den Gegenstand in Armreichweite ab, sodass der andere ihn aufnehmen kann, wenn man die eigenen Hände wieder zurückgezogen hat.

 


Sitzordnung in Räumen (z.B. bei Audienzen)

Jeder Raum besitzt einen höchsten und einen niedrigsten Punkt, wobei sich letzterer an der Tür befindet, ersterer möglichst weit davon entfernt. Je nach Rang oder Aufgabe werden den Anwesenden die Plätze zugeteilt. So sitzt beispielsweise ein Daimyo am „hohen“ Ende, seine engsten Berater und Yojimbo (Leibwächter) seitlich neben bzw. leicht schräg hinter ihm, die übrigen Anwesenden gegenüber bzw. seitlich dazu (also mit dem Rücken zur Tür, bzw. zu den Seitenwänden). Die Yojimbo der anwesenden Gästen befinden sich ebenfalls immer leicht schräg hinter diesen. Sollte der Gastgeber nicht den höchsten Rang inne haben, so sitzt er seitlich neben seinem hohen Gast. Die Dienerschaft, die nicht beschäftigt ist, hält sich immer diskret in der Nähe der Tür auf.

 


Der Umgang mit dem Schwert

Vor dem Betreten eines Raumes sollte jeder seine Waffe abgeben und sie in den dafür vorgesehenen Ständer legen. Schwerter werden so abgelegt, dass der Griff nach rechts weist, Stangenwaffen werden in den vorgesehenen Ständer gestellt. Dies gilt für alle Waffen mit Ausnahme des Wakizashi (Kurzschwert) oder dem Tanto (Messer) bei Frauen – diese Waffen dürfen im Obi bleiben.

Trifft man sich zu einer Gelegenheit außerhalb eines Raums, so nehme man das Schwert mit der Saya (Scheide) aus dem Gürtel und lege es rechts von sich ab, wobei die Klinge nach hinten und innen weist und die Tsuba (Stichblatt) sich in Kniehöhe befindet. Die Waffe liegt in Armreichweite, um ein unschönes Beugen zur Seite zu vermeiden. Dies ist die höflichste Form, das Schwert in Anwesenheit anderer abzulegen. Legt man das Schwert vor sich ab, womöglich auch noch mit der Schneide zum Gegenüber weisend oder gar links von sich, so drückt man damit aus, dass man dem anderen keinerlei Vertrauen schenkt. Dies ist nicht nur eine Unhöflichkeit – sondern eine Provokation!

Ist das Gespräch beendet, so nimmt man das Schwert in die Rechte, steht damit auf, und montiert es erst wieder am Obi, wenn man sich entfernt hat.

 


Ignorieren von Samurais, die sich „ungewöhnlich“ benehmen

Um es anderen zu ermöglichen, ihr Gesicht zu wahren, ist es in manchen Situationen wichtig, gewisse Auffälligkeiten nicht zu bemerken. Sollte ein anderer Samurai beispielsweise betrunken sein, die Fassung verlieren oder sich in starken Schmerzen winden, so richte man den Blick dezent ab oder entferne sich höflich. Was nicht bemerkt wird, kann auch nicht peinlich sein. Auch danach wird der Betroffenen nicht darauf angesprochen.

 


Geschenke: Ritus des Ablehnens

Geschenke dienen immer dazu, eine Botschaft zu übermitteln. Man kann damit dem Beschenkten zeigen, dass man ihm/ihr großen Respekt bezeugt, sich dankbar erklären, aber auch auf höfliche Art und Weise Dinge zu verstehen geben, die anders unhöflich oder unmöglich wären. Je nach Absicht wird das Geschenk in einer angemessenen Verpackung überreicht (was die dezentere und somit höflichere Form darstellt) oder aber für alle Beteiligten sichtbar (was bestimmte Reaktionen hervorrufen kann, die damit bezweckt werden).

Wenn man ein Geschenk überreichen will, ist es – wenn es die Umstände erlauben – am besten und höflichsten, dies persönlich zu tun. Dabei verneige man sich tief und biete das Geschenk mit einer kurzen Begründung seiner Absichten an. Der Beschenkte wird das Präsent nicht sofort annehmen, sondern erst einmal höflich ablehnen, worauf es ihm erneut angeboten wird. Auch dieses zweite Angebot sollte höflichst abgelehnt werden. Bietet der Schenkende die Gabe ein drittes Mal an, wird sie angenommen.

Dadurch bekommt der Gebende die Gelegenheit, sich noch einmal genau zu überlegen, ob und warum er das Geschenk wirklich machen will, auch zu zeigen, dass seine Absichten wirklich ernst gemeint sind. Das Ablehnen eines so dargebotenen Geschenks wäre äußerst unhöflich und beleidigend. Hat man das Geschenk einmal angenommen, und befindet es sich in einer Verpackung, so ist es üblich, es erst zu einem späteren Zeitpunkt, im privaten Rahmen, auszupacken und zu betrachten. War das Geschenk nicht verpackt, wäre es angebracht, ein paar lobende und dankbare Worte darüber zu verlieren.

 

Natürlich gibt es noch zig weitere Etikette-Regeln, aber die richtige Stimmung wird auch durch die Einhaltung der 9 genannten sicher aufkommen.