Tsunami Liverollenspiel

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Seid willkommen, ehrenwerter Gast!


Mein Name ist Asako Ichiro. Mir ist zu Ohren gekommen, dass Ihr Euch für die Geschichte unseres Reiches interessiert. Nun, dann setzt Euch doch zu mir und genießt eine Schale Tee mit mir, während ich versuchen werde, Euch alles zu erzählen...

Es begann mit der großen Leere, die wir Void nennen. Aus ihr entstand eine formlose Welt über die drei Gottheiten wachten. Diese erkannten, dass die Welt geformt werden müsste, und so schufen sie eine Frau und einen Mann, die der Welt eine Form geben sollten. Wir kennen die beiden heute als Amaterasu, die Sonne, und Onnotangu, den Mond. Sie waren es, die von den Himmeln auf die Erde herabstiegen und ihr einen Namen gaben. Dann begannen sie, alles zu gestalten: sie trennten das Wasser vom Land, ließen Pflanzen sprießen und Tiere das Land wie das Wasser bevölkern. Aus den Träumen dieser Lebewesen entstanden die Kami, die noch heute alles beseelen. Immer wieder und wieder flogen Amaterasu-kami und Onnotangu-kami um die Welt, betrachteten sie und formten Neues.

Schließlich aber fing der Mond, der die Sonne seit Anbeginn über den Himmel verfolgt hatte, diese ein und viele Monate später schenkte Amaterasu -kami neun Kindern das Leben: Hida, Doji, Togashi, Akodo, Shiba, Bayushi, Shinjo, Fu-Leng und Hantei. Der Mond erkannte aber bald, dass jedes seiner Kinder ihn eines Tages besiegen könnte, trugen doch alle Teile von ihm, wie auch von der Sonne in sich. Das machte ihn wütend und so begann er, ein Kind nach dem anderen zu verschlingen. Amaterasu -kami versuchte vergeblich, ihn aufzuhalten, und weinte bittere Tränen, die zur Erde herab fielen, doch als er das erste Kind verschlungen hatte, kam ihr, in ihrer unendlichen Weisheit, ein Einfall. Sie wandte sich an Onnotangu-kami und meinte: „Ihr müsst nach Eurem Mahl durstig sein. Wollt Ihr nicht einen Schluck Sake trinken?“

Oh, was bin ich doch für ein schlechter Gastgeber!!! Möchtet Ihr, ehrenwerter Gast, vielleicht auch eine Schale Sake? Ja? Nun, denn: Kanpai!

Nun, der Mond nahm dankend an, auch beim nächsten und jedem weiteren Kind, wusste er doch nicht, dass die Sonne eine List anwandte. Denn in jeder Schale Sake befand sich ein Tropfen Gift, und so wurde er immer schläfriger. Schließlich war er so müde, dass er nicht bemerkte, dass Amaterasu-kami das letzte Kind, Hantei, durch einen Stein ersetzte, den er ebenfalls verschlang und in einen tiefen Schlaf fiel. Die Sonne aber brachte ihren letzten Sohn in Sicherheit und bereitete ihn auf die Aufgabe vor, seine Geschwister zu retten, wenn der Mond erwache, indem sie ihn in die hohen Kampfkünste einweihte.
Schließlich erwachte Onnotangu-kami und musste feststellen, dass Hantei bereits auf ihn wartete. Es kam zu einem gewaltigen Kampf, in dem Hantei schließlich den Bauch seines Vaters aufschnitt, sodass die Kinder heraus und auf die Erde fielen. Onnotangu-kami versuchte noch, nach den Kindern zu greifen, bekam aber nur noch den kleinen Fu-Leng zu fassen. Also schlug Hantei noch auf die Hand seines Vaters, sodass dieser seinen Sohn losließ. Als Fu-Leng aber fiel, griff er nach seinem Bruder und riss ihn mit sich in die Tiefe.
Das Blut Onnotangu-kamis, das zur Erde tropfte, vermischte sich mit den Pfützen, die von Amaterasus Tränen gebildet wurden, und aus jeder der vielen, vielen Pfützen entstanden ein Mann und eine Frau – so waren die Menschen geboren.
Aber zurück zu den Kindern von Sonne und Mond: Alle fielen zur der Erde herab, wobei Fu-Leng weit ab von seinen Geschwistern in einer sehr tiefen Erdspalte landete. Er versuchte lange vergeblich, wieder an die Oberfläche zu kommen, und wurde von der langen Zeit in der Tiefe völlig verändert. Er eignete sich dunkles Wissen an, das seinen Verstand vergiftete und ihn zu einer Perversion dessen machte, was er einst gewesen war.

Alle Kinder von Sonne und Mond verloren ihre Göttlichkeit, als sie die Erde berührten. Natürlich wurden sie dadurch nicht sterblich wie wir, aber sie waren auch keine Götter mehr. Sie sahen die ersten Menschen und ihnen war klar, dass diese noch Hilfe und Führung brauchten und so legten sie ein Versprechen ab. Sie sagten zu den Menschen:“ Wir werden Euch die Wege dieser Welt beibringen und Euch vor dem Bösen schützen. Dient uns mit Demut und Gehorsam und wir werden unser Versprechen halten.“
Um herauszufinden, wer von ihnen über die Welt herrschen sollte, beschlossen die Kinder von Amaterasu und Onnotangu – mit Ausnahme von Fu Leng natürlich - einen Wettbewerb durchzuführen. Togashi-sama lehnte ab, denn in seiner Weisheit sah er seine Geschwister an, und wusste, wer gewinnen würde.
Es folgten die berühmtesten Wettkämpfe unserer Geschichte. Einer nach dem anderen fiel aus. Zu aller erst kämpfte Hida-sama gegen Shinjo-sama. Er verließ sich auf seine Stärke, doch gegen ihre Gewandtheit musste er sich geschlagen geben. Doch es war gerade ihre Schnelligkeit, durch die Shinjo-sama verlieren sollte. Denn Bayushi-sama nutzte ihren Ungestüm, lenkte sie ab und erwischte sie, als sie nicht auf der Hut war. Shiba-sama war allerdings zu gerissen für diese Tricks. Er ließ sich von Bayushi-sama nicht ablenken und besiegte seinen Bruder, um danach gegen Doji-sama anzutreten. Diese wartete geduldig ab, wusste sie doch, dass Shiba-sama ihre Bewegungen durchschauen würde. Als ihr Bruder schließlich die Geduld verlor und angriff, war er ihren Techniken unterlegen. Schließlich trat Akodo-sama vor. Er kannte Doji-samas Taktik und verwendete sie gegen sie. Schließlich standen sich nur noch Akodo-sama und Hantei-sama gegenüber. Sie kämpften wie Brüder, doch je länger der Kampf dauerte, umso mehr verlor Akodo-sama die Geduld. Hantei spürte die Wut seines Bruders und verwendete sie gegen ihn. Es war ein gedankenloser Fehler, der Akodo-samas Niederlage verursachte, ein Fehler, der ihm eigentlich das Leben hätte kosten können. Aber weil Hantei ihn verschonte, schwor Akodo-sama, dass er und seine Familie Hantei immer dienen würden. Man sagt, dass in diesem Augenblick Togashi-sama geflüstert haben soll: „Wenn der letzte Akodo fällt, fällt der letzte Hantei.“

Hantei herrschte von diesem Tag an – und seine Nachkommen bis heute – über unsere Welt. Er beschloss, dass die Kinder von Sonne und Mond ein Reich gründen sollten, dessen Bewohner Amaterasu-kami verehren sollten. Seine Geschwister zogen aus und sammelten Menschen um sich, um die Clans zu gründen, die wir heute kennen. Hida-sama gründete den Krabbenclan, Doji-sama den Kranichclan, Togashi-sama die Drachen. Shiba-sama gründete den Phönixclan, Bayushi-sama die Skorpione und Akodo-sama den Löwenclan. Zuletzt gründete Shinjo-sama den Einhornclan.
Das Reich blühte auf, und jeder Clan trug seinen Teil dazu bei. Doch, das Glück währte nicht ewig, wie wir heute wissen. Denn eines Tages bedrohte eine dunkle Armee das Reich und zerstörte die Strassen, und Häuser, und Tempel. Es war eine furchterregende Heerschar von unnatürlichen, bösen Kreaturen – die Armee von Fu Leng, dessen Macht nun sehr groß war. Durch seine dunkle Magie hatte er die Wesen aus der Hölle geholt und wollte nun mit ihnen Hanteis Reich zerstören und die Seelen der Bewohner für seine Magie und Macht verwenden.

Natürlich sammelte Hantei-sama zusammen mit den Clans eine Armee, um die Goblins, Oger und Dämonen, die wir Oni nennen, zurückzuschlagen. Doch sie wurden mit jeder Schlacht weiter zurückgeschlagen. Da tauchte eines Tages ein unauffälliger Mann auf, der sich Shinsei nannte, was soviel bedeutet wie „neuer Weg“. Er versprach dem Kaiser Hantei, die Armee Fu Lengs zu besiegen, doch Hantei nahm ihn nicht ernst, sondern befahl seinen Soldaten, Shinsei wegzubringen. Dieser schlug die Männer zurück, ganz ohne Waffen. Dann bat er Hantei-sama, ihm sieben menschliche Krieger mitzugeben, um mit ihnen zu Fu Leng zu gehen und ihn zu besiegen. Hantei war einverstanden und sprach eine ganze Nacht mit dem Mann. Von da an hießen die Krieger „Samurai“, denn das bedeutet „Diener“.
Nachdem die Sieben mit Shinsei aufgebrochen waren, tobte die Schlacht noch viele Wochen, und immer weiter wurden die Truppen des Kaisers zurückgeschlagen. Doch eines Tages wurde die Macht der Angreifer deutlich schwächer, und so gelang es den Armeen des Reiches, den Sieg davon zutragen und das Böse zu vertreiben.
Doch von denen, die losgezogen waren, kam allein die Samurai des Skorpionclans zurück. Sie hielt zwölf magische Rollen ihrer Hand, die aus Obsidian gemacht war, und sprach: „Hütet diese Rollen, denn sie waren Fu Lengs Untergang.“ Dann starb sie. Von da an wurde der Clan des Skorpions mit dem Verstecken und Bewachen der Rollen betraut und die Krabben sollten einen Wall bauen, der das Reich vor den dunklen Landen der Unterwelt schützen sollte, die wir heute als „Schattenlande“ kennen. Die Kraniche und Löwen schworen, den Kaiser zu schützen, wobei Doji-sama Hantei-samas erste Champion wurde, während Akodo-sama die kaiserlichen Armeen am Schlachtfeld führte.
Der Drache und der Phönix nahmen die Mitschriften vom Gespräch zwischen Shinsei und Hantei-sama mit sich und verschrieben sich der Betrachtungen derselben und der Magie. Zuletzt verließ der Einhornclan das Land, um zu sehen, was sich hinter den Grenzen befindet und erst 800 Jahre später wiederzukehren.

Danach folgte eine lange Zeit, die die „tausend Jahre des Friedens“ heißt, und bis zum heutigen Tage anhält. Dieser Name mag ein wenig trügerisch klingen, bedenkt man die vielen großen und kleinen Kämpfen, die zwischen den Clans ausgefochten wurden. Denn die Kinder von Sonne und Mond wurden alt, und ihre Nachfolger übernahmen die Herrschaft über die Familien, die immer wieder um Land und Macht am Hofe stritten. Doch im großen und ganzen bauten sie auf den Lehren Shinseis ein großes Reich auf. Die Stärke der einzelnen Clans wuchs und ebbte ab, doch in all den Jahren entwickelte jeder der sieben großen Clans einen eigenen Charakter. Auch kleine Clans bildeten sich, meist aus Mitgliedern der großen Familien, doch erreichten sie nie die Macht der Kinder von Amaterasu und Onnotangu.

Nun, ich denke das ist unsere Geschichte in der kürzesten Form, die mir möglich ist, um Euch alles wichtige zu erzählen, aber Euch nicht zu lange zu belästigen, ehrenwerter Gast. Wenn ich Euch noch mehr erzählen soll, lasst es mich wissen! Und schenkt Euch ruhig noch ein wenig Sake ein!